Foto: Verena Meier

Timo Lesniewski als Monsieur Momo

„Ich werde Clown!“ 

Als meine Familie diesen Satz vor über 20 Jahren hörte, dachten sie vermutlich noch, es sei ein Scherz! Doch heute bin ich das geworden, was ich eigentlich schon seit der Geburt war: Clown!

Ich sorgte schon damals für eine Überraschung. Meine gesamte Familie und auch der Arzt meiner Mutter waren sich sicher: „es wird ein Mädchen“. Erst bei der Geburt nahm ich meine Hand vom entscheidenen Detail. Der Arzt traute seinen Augen nicht, statt der für alle klaren Viola kam ich auf die Welt: Timo. 

Heute besser bekannt als Monsieur Momo


So früh entwickelte ich meinen ersten humorvollen Sketch! Ich kam mit einem Scherz auf die Welt.

Es wurde mir also in die Wiege gelegt. Wobei meine Mutter Bandarbeiterin in einem Autowerk und mein Vater Gas-Wasser-Installateur war. Die Gene habe ich dann wohl eher von meinen Urgroßeltern - die waren „fahrendes Volk“ und mit einem riesigen Kettenkarussell auf den größten Veranstaltungen unterwegs. Meine Mutter wurde sogar im Wohnwagen geboren. Ja, das wird es sein! Irgendwo muss das ja herkommen. So jedenfalls haben bestimmt auch meine Eltern geschaut, als klar war, dass ich Clown werden will.

Mit 6 Jahren war das sogar noch ganz lustig. Jeder hat so eine Phase. Manche wollen Lokführer werden, andere Tierarzt. „Und dieser Junge eben Clown“ sagte meine Oma gerne.

Als ich es mit 14 Jahren immer noch werden wollte, machten sich die ersten Familienmitglieder sorgen. „Vielleicht ist er krank?“ war kein seltener Satz.

Ganz zu schweigen als ich es mit 18 Jahren immer noch werden wollte.

Doch ich glaubte an mein Vorhaben. Ich fand durch Zufall die Clownschule in Hannover und dort gesellten sich mehr solcher schrägen Vögel zusammen.

Zwei Jahre später schloss ich die Ausbildung zum „staatlich anerkannten Darsteller für Clowntheater und Komik“ mit Auszeichnung ab. Ich war ein Streber!!! Endlich!!! Nach 11 Jahren Schule war ich endlich kein „Mitläufer“ sondern ganz vorne dabei. Ich war angekommen. Da wo ich hingehöre!! 

Meine ersten Auftritte waren nicht die einfachsten. Nein, ich habe gleich mit dem schwierigsten angefangen. Ein Clown im Blindenheim und ein Clown im Nudisten-Camp! Jawoll! Richtig gelesen. 80 nackte Leute und ich. So hatte ich schnell begriffen, dass es überhaupt nichts machte, sich seine Zuschauer nackt vorzustellen. Selbst wenn sie nackt sind, ist die Aufregung da!!

Doch die Zuschauer und auch die Veranstalter bemerkten schnell, dass ich nicht irgendein Clown war. Sondern wirklich ein „echter“ Clown! Ich bringe die Menschen nicht einfach nur zum Lachen, ich berühre sie im Herzen! Diese Art habe ich mir nicht beigebracht, sie war immer da!

Ich arbeite mittlerweile, jedenfalls ausgiebiger vor der Pandemie, im Varieté oder auch auf Veranstaltungen für den Circus Roncalli!

Eins meiner schönsten Erlebnisse war 2019, als ich im Weihnachtscircus in Aachen gebucht war und die ganze Stadt voller Plakate mit meinem Gesicht plakatiert war! Selbst die Brötchentüten beim Bäcker zeigten mein Gesicht.

Früher habe ich für meine ersten Auftritte im Garten selbst Plakate gemalt, 2019 war ich dann wirklich darauf!

In den momentanen Zeiten arbeite ich viel für den Clinic-Clown Verein in Hannover und bringe Kinder im Kinderkrankenhaus zum Lachen. Da möchte ich euch noch eine kleine Geschichte zu erzählen:

Ich kam in ein Zimmer von einem kleinen Jungen Namens Tom. Traurig lag er im Bett. Auch seine Mutter saß daneben. Tom durfte leider nicht aufstehen, da seine Werte so schlecht waren. In diesem Zimmer habe ich mir ausgiebig Zeit gelassen. Wir verwandelten das Zimmer zu einer großen Ritterburg, kämpften gegen unsichtbare Drachen, verzauberten die Königin und alles endete in einer Schneeballschlacht aus Papier! Eine halbe Stunde später traf ich Tom und seine Mutter auf dem Flur. Ganz verwundert schaute ich beide an! Und die Mutter sagte mir mit Strahlen in den Augen: „Nachdem du da warst, sind die Werte so viel besser geworden, so dass Tom aufstehen durfte“. Und das berührte mich! Lachen ist die beste Medizin.

Hier kommt noch ein kleines Video von mir. Und vielleicht zaubert es auch Euch ein kleines Lächeln ins Gesicht.

All you need is laugh!
 

Frohe Weihnachten!

Euer Monsieur Momo 

P.S. heute ist meine Familie stolz wie Bolle und sammelt jeden Zeitungsartikel von mir.

Glaubt an Eure Träume und die Eurer Kinder!

P.S. von Nicoleta: wer Monsieur Momo eine Nachricht schreiben möchte, kann diese gern an info@monsieur-momo.de schicken.

Sicherlich würde sich Monsieur Momo auch über Eure Empfehlung oder eine andere Art von Zuwendung freuen. 

Spendenkonto Timo Lesniewski
IBAN: DE15 2565 0106 0036 3713 00

Herzlichen Dank!